Schallschutz

Ruhig wohnen im Strohhaus

Neben Statik, Wind- und Feuchtigkeitsschutz sowie Wärmedämmung sollen Hauswände auch Lärmschutz bieten. Herkömmliche Wände tun dies auch mehr oder weniger gut - abgesehen von den dünnen Raumteilern der Stadtwohnungen aus den 60er Jahren.

Der Schallschutz in einem Gebäude ist ein wichtiger Aspekt für das Wohlbefinden der Nutzer. Einerseits soll das Haus den Außenlärm abschirmen. Andererseits soll die Ausbreitung des im Haus entstehenden Schalls bestmöglich verhindert werden.

Strohballen bieten durch ihre relativ geringe Dichte und hohe Elastizität einen sehr guten Schallschutz. Viele Kinder schätzen diese Eigenschaft beim Versteckspiel in der Scheune. Allgemein wird davon ausgegangen, dass doppelseitig verputzte Strohwände über weite Frequenzbereiche eine bessere Schalldämmung aufweisen als gleich schwere Bauteile.

Stroh als Schalldämmung

Messungen an Strohballengebäuden beziehungsweise -wänden in Australien haben ein gutes Schallschutzmaß ergeben, das die Vorgaben der Schallschutznorm DIN 4109 („Schallschutz für Hochbau“) erfüllt. Nach dieser Norm müssen Wände den Außenlärm um 50 Dezibel abschirmen.

Die „Gruppe Angepasste Technologie an der TU Wien“ kommt in einer Studie für das österreichische Ministerium für Innovation und Technologie zu dem Schluss, dass „bei durchgängigen Schalen an der Außen- und Innenseite der Strohdämmung [...] gute Schalldämmwerte erreichbar sind.

Durch zweischalige Bauweise ist sehr guter Schallschutz erreichbar. [...] Je nach Aufbau sind in diesen Fällen Rw-Werte (bewertetes Schalldämmmaß) deutlich über 50 Dezibel durchaus realistisch.“

Beim Verdichten der Strohwände durch Verzurren werden Lücken zwischen den Ballen vermieden und die für den Schallschutz wichtige Masse erhöht. Dadurch ergibt sich eine durchgehende Schall- und Wärmedämmung. Ein lasttragendes Strohballenhaus, dessen Wände innen wie außen verputzt werden, weist daher mindestens ebenso gute Schallschutzeigenschaften auf wie herkömmliche Baumaterialen.

Schallschutz mit Lehm

Die Schalung der Strohwände wird mit Lehmputz vorgenommen. Lehm bietet einen guten Schall- und Trittschutz, da er selbst nur schwer in Schwingung zu versetzen ist. Wegen seiner Masse wird Lehm auch in anderen Bauweisen gerne als Schalldämmung verwendet. Die weiche Lehmoberfläche vermindert störende Halleffekte deutlich. Für eine optimale Dämmung von Trittschall kann ein Lehm-Stroh-Gemisch verwendet werden.

Insgesamt betrachtet bietet die Kombination aus Stroh und Lehm also auch im Hinblick auf den Schallschutz hervorragende Eigenschaften. Sowohl die Außen- und Innenwände als auch die Zwischenböden sorgen in Stroh-Lehm-Bauweise für ein angenehmes und ruhiges Raum-Klangklima. 

Quellen:

Brüggemann, J., Skock, S., 2007: „Thermische Sanierung mit Nachwachsenden Rohstoffen am Beispiel Stroh“, TU Berlin

Wimmer, R. u.a., 2001: „Wandsysteme aus nachwachsenden Rohstoffen“: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Wien

Glassford, J., Huff n Puff Constructions, Australien



Strohwand

Strohwand

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stille

"Leise wie eine Feder"